top of page

Der Tap-Count Test

Wieviele Taps braucht ein Nutzer minimal, um für deine App zu bezahlen? Mach den Test!


Eine Methode, um schnell zu überprüfen, ob das Conversion-To-Paid-Setup deiner App passt, ist folgender Test.


Ich nenne ihn Tap-Count-Test und so funktioniert er:


  1. Zähle die Anzahl der Taps, die ein Nutzer minimal braucht, um für deine App zu bezahlen, also beispielsweise, um ein Abo abzuschliessen.

  2. Dokumentiere deine Ergebnisse.

  3. Analysiere die Journey to Paid und finde Verbesserungspotenziale.


Hier das Ergebnis eines Tap-Count Tests, den ich mit der New York Times durchgeführt habe:


Best Practice New York Times

Das Ergebnis: bei der New York Times kann ein Nutzer mit nur drei Fingertipps ein kostenpflichtiges Abonnement abschliessen. Darüberhinaus macht die New York Times noch ein paar weitere Dinge richtig:


  1. Über einen permanenten Button auf der Home ist die Premium Version immer präsent und der Abschluss leicht. Hinzukommt, dass ich als kostenloser Nutzer ständig subtil darauf aufmerksam gemacht werde, dass ich nicht auf alle Inhalte zugreifen kann.

  2. Die Sales Page ist kompakt auf einer Seite und leicht zu durchdringen. Der Nutzer muss nicht scrollen und die Auswahl auf Daumenhöhe erleichtert den Abschluss.

  3. Es werden zwei Preisoptionen angeboten (nicht 4 oder 6!). Der Nutzer muss nicht lange rechnen und vergleichen. Die "cognitive load" ist gering, was die Conversion verbessert.

  4. Die New York Times nutzt sogenanntes Introductory Pricing. In diesem Fall ein zeitlich limitiertes Vorteilsangebot für das Monats- und Jahresabo.


Es liessen sich noch weitere positive Dinge aufzählen, aber ich möchte den Rahmen hier nicht sprengen...



Im Vergleich dazu habe ich mal die App eines grossen deutschen Medienhauses getestet. Dies ist ein echtes Beispiel, das ich zum Schutze des Anbieter anonymisiert habe.


Best Practice New York Times

Das Ergebnis: Ein Nutzer, der für diese App bezahlen möchte, benötigt mindestens 24 Fingertipps für die Transaktion. Bei der Analyse der Screenshots sind mir noch zahlreiche weitere Punkte aufgefallen, die wirklich alarmierend sind. Vorallem wenn man bedenkt, dass hier monatlich sicher Marketing-Budgets im 6-stelligen Bereich ausgegeben werden und sehr viele zahlungswillige Nutzer auf der Journey to Paid verloren gehen.



Mein Fazit

Das Beispiel der deutschen Medien-App ist leider keine Ausnahme, sondern eher die Regel. In den meisten Apps, die ich teste sehe ich offensichtliche Produkt-Schwächen, die massiv Conversion kosten und relativ leicht behoben werden könnten. Liegt das an der "Verkopftheit" deutscher Productowner, an der Unfähigkeit plattform-übergreifend nutzerfreundliche UI-Erlebnisse zu schaffen oder schaut sich das einfach niemand an?


Ich weiss es nicht. Würde mir aber im Interesse der Nutzer und der Anbieter mehr Fokus auf solche indirekten Aspekte der In-App-Experience wünschen, zumal sie einen direkten Impact auf Conversions und damit den Geschäftserfolg haben.


Die dargestellten Flows entsprechen natürlich nicht dem tatsächlichen Nutzerverhalten, der in der Regel nicht den schnellsten Weg zum Abschluss sucht, sondern über Umwege, Bezahlschranken, externe Impulse wie einen Newsletter etc. zum Abschluss kommt. Dennoch ist dieser Test ein guter und schneller Indikator dafür, ob hier Verbesserungspotenziale bestehen oder nicht.


Also liebe App-Unterneher da draussen. Macht mal den Test mit eurer App und überprüft ob sie aktuell eher dem NYT oder dem dt. Medienbeispiel folgt. Falls letzteres könnt ihr mich gerne kontaktieren und ich helfe euch auf Basis von unzähliger Best Practices auch euren Conversion to Paid Flow zu optimieren.


Bis zum nächsten Mal,

👋 Tom






Comments


Commenting has been turned off.
bottom of page