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TikTok Lite - genial oder gefährlich?

Was ist deine Meinung?


Mit TikTok Lite hat hat das chinesische Unternehmen ByteDance eine Art kleine Schwester von TikTok entwickelt, die ähnlich wie TikTok funktioniert, aber über ein neuartiges Belohnungssystem verfügt. Die „Bildschirmzeit“-geplagten Eltern unter Euch wissen, dass bereits von TikTok ein nicht unerhebliches Suchtpotenzial ausgeht. Grund genug, sich mit diesem Thema einmal auseinanderzusetzen. 


Teenager lieben TikTok

Was ist TikTok Lite?

Die App ist von der Grundfunktionalität, sowie vom UI/ UX Design sehr ähnlich zu TikTok. Die Tabstruktur ist identisch und im Wesentlichen geht es auch bei TikTok Lite um das Teilen und Liken von kurzen Video-Beiträgen. Das App-Icon unterscheidet sich durch einen kleinen Blitz oben links und ist ansonsten identisch mit dem ursprünglichen App-Icon. Kurz wer TikTok nutzt, kann sofort auch mit TikTok Lite interagieren.


Neu ist, dass Nutzer für das Anschauen und Teilen von Videos, sowie das Einladen von Freunden nicht nur durch Likes, sondern auch durch digitale Münzen incentiviert werden, die z.B. in Amazon Gutschein Codes eingelöst werden können. Wer also stundenlang Videos anschaut und mit ihnen interagiert, wird jetzt nicht nur virtuell belohnt, sondern auch real.


Wo und für wen ist TikTok Lite verfügbar?

Aktuell ist die App nur in Frankreich und Spanien verfügbar und in beiden Ländern bereits auf Platz zwei in der Kategorie „Unterhaltung“. In Frankreich ist TikTok Lite bereits populärer als TikTok. Kurz: die App erfreut sich schon jetzt grosser Beliebtheit und hat in kürzester Zeit die App Store Charts gestürmt.


In Spanien wird TikTok interessanterweise gerade auf dem Today Tab gefeatured, wo ich mich frage, wer die App eigentlich noch nicht kennt 🤔.


Wie TikTok ist auch TikTok Lite offiziell ab 13 Jahren zugelassen, wobei eine einfache Altersangabe reicht, die natürlich von unseren Liebsten leicht umgangen werden kann. Weitere Zusatzfunktionen, zu denen auch das Belohnungssystem gehört, sind erst ab 18 erlaubt. Die Kids werden also ihr Alter entsprechend nach oben korrigieren. 




Meine Fazit

Es bedarf weder eines Doktortitels in Psychologie, noch dezidierter Kenntnisse über „Core-Loops“ und „Engagement-Metriken“ um zu erkennen, dass dieses neue System die Suchtgefahren, die von TikTok ohnehin ausgehen, erhöhen werden. Die Kombination von „junger Zielgruppe“, sehr kurzen Algorithmus-basierten Videos in Dauerschleife, sowie die zusätzliche monetäre Belohnung für mehr Interaktivität kann psychosoziale Folgen für die Nutzer haben. Bei Minderjährigen bedarf es meiner Meinung nach eines „Parental Gatings“, also einer Freigabe durch die Eltern oder eines echten Altersnachweises, bevor das neue Belohungssystem genutzt werden darf. 


Nachtrag:

TikTok hat kurz nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, die Belohnungsfunktion vorerst abgeschaltet, um seitens der EU Geldstrafen und eine potenzielle Sperrung in den europäischen App Stores abzuwenden. Ich bin gespannt wie sich die Thematik weiter entwickelt und werde es weiterhin verfolgen.


Meine persönliche Meinung: Ich liebe Apps und ich bin davon überzeugt, dass Apps die Menschen schlauer, glücklicher, gesünder und produktiver machen können. Apps die das Gegenteil bewirken, sollte nicht nur die EU Kommission, sondern auch die Nutzer und vorallem die Erziehungsberechtigten sehr genau prüfen und die Nutzung im Zweifel verbieten. Social Media ist gut und macht Spaß, aber bitte in Massen und nicht zulasten von Schulnoten, realen Kontakten und Lebensfreude ✊


Wie ist deine Meinung zum Thema? Teile sie doch gerne auf LinkedIn.


Bis nächste Woche,

Tom


PS: Kennst du Eltern, die du schonmal bezüglich TikTok Lite "vorwarnen" möchtest? Dann teile doch meinen Beitrag mit ihnen.


 

Alle Inhalte aus diesem Beitrag sind aus öffentlichen Quellen recherchiert und zusammengetragen. Sollten sich Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um eine Benachrichtigung, um diese korrigieren zu können.


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