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Über den Pivot einer Corona-Schutz-App

Was ist deine Disaster Story?


Vorgestern habe ich im Rahmen der Shoptalk Konferenz in Barcelona an einer Disaster Night teilgenommen. Die Veranstaltung hat mich inspiriert über meine eigenen Disaster Stories nachzudenken. Oh ja, da gäbe es natürlich einiges zu berichten, aber über vieles darf ich leider nicht sprechen 😇… Aber eine Story ist mir dann doch eingefallen, die ich nachträglich gerne zum Besten geben möchte. 


Young lady in red light

Es begab sich mitten in der Corona-Pandemie Mitte 2020, als mich ein Unternehmer kontaktierte, der eine Corona-Schutz-App plante und um meine Hilfe bei der Konzeption und Markteinführung bat. Die Idee war gut und zu der Zeit natürlich brand aktuell: Die App sollte mittels GPS Tracker Corona-Infizierte orten und zwar bevor man sich ihnen näherte, also eine Art anonymisiertes Corona-Radar, das dem Nutzer mitteilt, wenn er lieber die Strassenseite oder das Zugabteil wechseln sollte. Das Ziel: Vermeidung der Infektion statt Warnung über ein erhöhtes Infektions-Risiko.


Soweit so normal. Dann passierte folgendes. Die Regularien für die Veröffentlichung von Corona-Apps wurden von einem auf den anderen Tag geändert. Plötzlich durften nur noch staatliche Einrichtungen und Gesundheitsinstitute Corona-Apps veröffentlichen. Das Ende für viele Corona-Apps, die damals entwickelt wurden, aber nicht für unsere, denn der Unternehmer entschied kurzerhand zu pivoten. 

Und jetzt kommts: Aus der Corona-Radar-App wurde über Nacht eine Hooker-App.

Statt sich vor Corona-Infizierten zu schützen, sollte die App jetzt käufliche Damen orten. Aus der Corona-Warn-App wurde eine Prostituierten-Ortungs-App. Ehe ich mich versah, sass ich in Video-Calls in denen es nichtmehr um die Bekämpfung der Pandemie, sondern um die Analyse des Balzverhaltens in Dubai ging 😆. Das war schon ziemlich schräg und ging alles sehr schnell. Aber da ich mich in einem laufenden Vertagsverhältnis befand, beugte ich mich zunächst meinem Schicksal und habe viel über die Prostituierten-Szene in Dubai und anderen Grossstädten gelernt ☝️🤓.


Das Ende der Geschichte: Die App ist nie gelauched und der Spuk war bald vorbei. Eines muss ich dem besagten Unternehmer aber lassen: es war richtig, zu pivoten, denn durch die plötzlich veränderte Regulatorik hatte das Projekt keine Chance. Und während viele andere Corona-Apps noch eine Menge Geld verbrannten, legten wir den Schalter um. Ausserdem Hut ab für die Konsequenz mit der damalige Kunde diese „leichte“ Richtungsänderung durchzog. Wenn man erkennt, dass etwas nicht funktioniert, sollte man es sich eingestehen und lieber zu früh als zu spät um- oder aussteigen.


So und jetzt seid ihr dran? Was ist eure Disaster-Story? Ich habe diesen Beitrag auch auf LinkedIn veröffentlicht. Vielleicht möchtet ihr auch eure Disaster-Story dort teilen. Der Plattform würde es gut tun. Only the brave dare to share! 😎



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